Zwischen BioHazard und purer Wahrheit: Nennen wir es einfach „komisch“
Man sagt mir, ich sei komisch. Vielleicht stimmt das. Wenn „komisch“ bedeutet, dass man kaputt, müde, einsam und letztendlich innerlich tot ist, während man nach außen das Theaterstück des Lebens weiterspielt, dann bin ich wohl der Hauptdarsteller in diesem Stück.
Das Wunder-Paradox
Wir reden ständig von „kleinen Wundern“, wenn es um Kinder geht. Aber sobald die Emotionen des ersten Augenblicks verflogen sind, geben wir diese Wunder in fremde Hände ab, schieben Verantwortung weg und wundern uns Generationen später, warum die Welt zur Hölle wird. Wir sorgen uns um Abgase und politische Korrektheit, während wir die fundamentale Bindung zu unseren Nachkommen – zu den Menschen – verlieren. Alles ist Schein, immer weniger Sein.
Mein Kryptonit: Die Endkontrolle
Jeder einzelne Befehl, der mein Gehirn verlässt, durchläuft ein internes Sperrfeuer. Ein erhobener Zeigefinger mahnt mich ständig: „Bevor du gehst, sei dir über die Konsequenzen deines Handelns bewusst!“ Diese Angst vor den Konsequenzen ist mein Kryptonit. Sie lähmt mich genau dann, wenn ich eigentlich den Stift ansetzen will, um meine Strategie zu Papier zu bringen. Dann kommt sie wieder – die bleierne Müdigkeit, die mich wie eine Vollnarkose in den Schlaf zwingt, sobald ich versuche, aus dem Überlebensmodus in das echte Handeln zu kommen.
Die Realität frisst die Freude
Selbst in Momenten der reinen Freude – wie dem ersten Schneefall am Ende des Jahres – schlägt die Realität sofort wieder zu und vernichtet das Gefühl. Ich versuche, diese Splitter von Freude festzuhalten, sie visuell zu bannen, bevor sie morgen wieder vergessen sind.
Ich bin kein „BioHazard“. Ich bin ein Instrument, das jahrzehntelang dazu benutzt wurde, die Traumata anderer zu überdecken. Jetzt, wo ich versuche, ich selbst zu sein, ohne Maske, ohne Schutz, bricht das Chaos hervor.
Nennen wir es nicht Wahnsinn. Nennen wir es einfach „komisch“.